Hygiene Special!

Im Zeichen des Coronavirus und COVID19

Der SARS Coronavirus 2 hat sich über die ganze Welt verbreitet und die Krankheit COVID-19, welche dieser bei Menschen verursacht, wurde von der WHO zur Pandemie erklärt. Solange das Risiko einer Erkrankung an COVID-19 besteht und wir schwere Krankheitsverläufe nicht weitgehend therapeutisch / pharmazeutisch mildern können, bleiben uns nur Hygiene­mass­nah­men zur Reduzierung der Krankheitsfälle. COVID-19 darf weder bagatellisiert, noch überdramatisiert werden. Auf eine medizinische (COVID-19-Symptome, Corona-Tests, Krankheitsverlauf, Therapie usw,) und epidemologische (gefährlicher als eien schwere Grippe oder nicht) Beurteilung von COVID-19 lassen wir uns als Praktiker in der technische Hygiene nicht ein und konzentrieren uns auf die Empfehlung adäquater Hyginemassnahmen.

Warnung vor der Ausbreitung von Viren

Fakten zur Beurteilung von adäquaten Hygienemassnahmen hinsichtlich SARS-CoV-2

Nach einer 1. Ansteckungswelle mit dem zur Gattung der Betacoronaviren zählende patogene Sars-CoV-2 ist auch bei uns mit weiteren Ausbreitungswellen oder einzelnen bedeutungsvollen Clustern von Neuansteckungen zu rechnen, bis wir eine Herdenimmunität erreichen (nach einer durchlaufenen Erkrankung oder durch Impfung) oder der Virus weltweit verschwindet (SARS 1 ist nach ca. 6 Monaten verschwunden). Der Virus kann aus der Menschheit verschwinden, wenn alle Infektionswege unterbunden werden oder wenn dieser dahingehend mutiert, dass er nicht mehr menschliche Zellen als Wirt nutzt. Allen Viren mutieren. Nach Virologen kann eine Mutation auch dahingehend erfolgen, dass es nur noch selten bei Erkrankungen zu einer Überreaktion des Immunsystems kommen könnte. Es besteht gar die Möglichkeit, dass das Virus seine Replikation auf die Nasenschleimhaut optimiert, respektive beschränkt und somit nur noch, wie die meisten Coronaviren, zu einem Schnupfen führt. Das Virus könnte ber auch seine Replikationsfähigkeit auf allen Schleimhäuten des Menschen ausweiten, was die schwere der Krankeit erhöhen würde. Ein Virus hat nicht das Ziel sich zu Replizieren und nicht seinen Wirt zu töten. Auch wenn nur an COVID-19 erkrankte Personen IgG-Antikörper bilden, gibt es Anzeichen, dass viele Menschen über eine Grundimmunität hinsichtlich einer Infektion mit Coronaviren verfügen und diese wohl deshalb bei einem Kontakt mit Sars-CoV-2 nicht erkranken (ist ev. Dosisabhängig).

Das Sars-CoV-2 infiziert den Atem- und Verdauungstrakt des Menschen. Dabei beginnt dieses Virus sich bereits im Nasen und Rachenraum zu replizieren und. Der an COVID-19 Erkrankte scheidet den Virus über seinen Speichel, meist einige Tage bevor erste Symthome bemerkt werden, aber auch Stuhlgang, wieder aus. So wurden gar in Aerosole, welche von einer WC-Spühlung freigesetzt wurde der Sars-CoV-2 festgestellt. Fäkalien und Aerosole aus der WC-Schüssel, welche Sars-CoV-2 enthalten, dürften eher nicht mehr infektiös sein (ist noch nicht abschliessend geklärt). Das infektiöse Speichelsekret wird beim Niesen, Husten und nasser Aussprache (vor allem beim Schreien beim Schreien), als ein Gemisch von Tröpfchen sehr unterschiedlicher Grösse aus dem Rachen eines Menschen in die Umwelt ausgestossen. Dabei erreichen Tröpfchen bei starken Niesen Wurfweiten von bis zu 7 Meter, bevor sie auf Oberflächen landen und diese viral kontaminieren. Kleinste Tröpfchen, sogenannte Aerosole (Schwebepartikel < 5 Mikrometer), haben dagegen eine geringe kinetische Energie beim Austritt aus Nase und Mund und eine somit sehr geringe Wurfweite. Sie sinken dafür nicht so rasch nach unten, wie die grösseren Tröpfchen. Aerosole treten auch beim normalen Sprechen und Singen auf, in geringerem Ausmass auch nur schon beim Atmen.

Atmet eine anwesende Person eine solche Menge an infektösen Tröpfchen und Aerosole ein, dass seine Immunabwehr eine Infektion seines Nasen und Rachenraumes nicht abwehren kann, erkrankt diese an COVID-19 und wird selber infektiös. Die Infektösität beginnt bereits einige Tage bevor Krankheitssymthome auftreten. Viele an COVID-19 Erkrankte werden nicht erkannt, weil viele Infiszierte keine oder sehr schwache Symthome zeigen (asymthomatischer Verlauf).

Eine Ansteckzng ist jedoch auich über eine Schmierinfektion möglich, wenn Viren von einer mit Sars-CoV-2 kontaminierte Oberflächen, mit den Händen oder Direktkontakt (kontaminierte Maske, Küssen) in den Mund-Nasen oder Augenbereich gelangen. Solche Schmierinfektionen scheinen bei COVID-19 eher selten zu einer Erkrankung führen.

Die COVID-19-Erkrankung zeigt bis heute bei seinen Infektionswegen, wie schon SARS 1, eine deutliche Überdispersion (nach einer Studien sollen 10% der Infizierten für 80% der Weitergabe an die nächste Generation verantwortlich sein). Diese als Superspreading Events bezeichnete hohe Verbreitungssituation konzentrieren sich mehrheitlich auf Innenräumen mit einer hohen Belegungsdichte und wenn von einem Superspreader (infizierte Person mit hoher Viruslast im Sputum) freigesetzte Aerosolen (Tröpfchen oder Partikel, die so klein sind, dass sie über längere Zeit in der Luft schweben, grössere fallen rasch nach unten und setzen sich auf Oberflächen ab) lange in der Raumluft verbleiben. Der Aufwand, die Einschränkungen von Grundrechten sowie andere Nebenwirkungen mit sozialen und gesundheilichen Folgen sind zu gross, wenn man die nach der Verhinderung von Superspreading Events noch verbleibenden Übertragungswege (ungefähr 20%) auch noch deutlich unterbinden will.

Diese Superspreading Events werden durch schlechten Luftaustausch und durch das Verhalten der Anwesenden, wie intensive Atmug wegen sportlicher Betätigung, Schreien und ein Instrument blasen, noch begünstigt. Selbst lautes Gelächter bringt eine höhere Tröpfchen und Aerosolfreisetzung wie normales Sprechen oder Singen. Bei längerem Singen oder Referaten eines Infektiösen muss je nach Luftwechsel mit einer Kummulation von mit Virus belasteten Aerosolen gerechnet werden, insbesondern bei knappen Raumgrössen.

Beim Sprechen, dürfte auch bei normalem Gesang zutreffen, haben die Tröpfchen gemäss diverser Studien eine Reichweite 1 - 1.4 m. Beim gerde heraus Husten oder Niesen sind Wurfweiten der Tröpfchen von bis 7 m festgestellt worden. Bei den Aerosolen ist die Distanz sekundär, da kommt es vor allem auf die Lüftungsverhältnisse und Luftfeuchtigkeit an (sehr trockene Luft, die vor allem in der Heizperiode anzutreffen ist) erhöht das Risiko. Zudem ist bei den Massnahmen auch zu beachten, dass gemäss Virologen und Infektiologen nebst der Qualität des Immunsystems und Vorerkrankungen eines Menschen, auch die Viruslast (Menge an Viren), die schwere eines Krankheitsverlaufes beeinflussen. Schmierinfektionen über Oberflächen, die man berührt scheinen bei diesem Virus eine untergeordnete Rolle zu spielen. Öfter gründlich die Hände zu waschen, nicht in Hände sondern Ellbogen zu Niesen und vor allem sich abzugewöhnen häufig in sein Gesicht zu greifen, empfiehlt sich trotzdem. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass in Räumen, deren Luft beim Betreten abgestanden wirkt (schon nach kurzer Zeit im Raum nimmt man das nicht mehr wahr) oder wenn man den Körper- oder Parfümgeruch naher Personen wahrnimmt, das Risiko einer Virusübertragung über Aerosole als besteht.

Nun gilt es uns möglichst gut auf weitere Wellen vorzubereiten und dazu situativ adäquate Massnahmen vorzubereiten, welche spätestens bei einer Ankündigung eiener neuen Welle (Anstieg von Neuinfizierten), sehr zeitnahe umzusetzen sind.

Lenkung der COVID-19 Pandemie

Ethischer Auftrag

Bei Massnahmen zur Verminderung eines epidemischen Übertragungsrisikos einer gefährlichen Krankheit ganz allgemein, so wie Covid-19 im Speziellen, ist aus unserer ethischen Sicht, folgendes zu beachten:

  1. die Würde des Menschen muss zu jeder Zeit gewahrt bleiben und den freien Willen jedes Ein­zel­nen respektiert werden (respektiert bedeutet nicht zwingend auch umgesetzt)

  2. die Nebenwirkungen von Massnahmen dürfen nicht mehr direkten und indirekten ge­sund­heit­li­chen Schaden anrichten, als den, den sie verhindern

  3. die Ansteckung von Menschen, bei denen bei einer Infektion mit einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf zu rechnen ist, möglichst zu verhindern, ausser diese möchten aus freiem Willen auf diesen Schutz verzichten und gefährden dadurch nicht übergebührend Dritte

  4. Grundrechte von Menschen dürfen nicht mehr als unbedingt erforderlich eingeschränkt wer­den; gegen Verfügungen von Behörden, welche bestimmte Personen oder Personengruppen betreffen, müs­sen zeitnahe Rekurse möglich sein; dabei ist die Behörde nachweispflichtig

  5. bei einer Epidemiewelle ist ein Kollaps des Gesundheitswesens zu verhindern (kann teilweise auch mit einem Ausbau / Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur und Personal erreicht werden)

  6. eine gefährliche Epidemie mit adäquaten Mass­nah­men einzudämmen, jede Mass­nah­me für sich ist auf deren effektiven Nutzen und Kosten (gesundheitliche Beinträchtigung, Ein­schrän­kung von Freiheit und Rechten, wirtschaftliche Folgen) zu prüfen

Umgang mit einem komplexen, dynamischen Sytem

Die Lenkung einer Pandemie ist anspruchsvoll, denn wie in vielen Führungsaufgaben stellt dies einen Umgang mit einem komplexen, dynamischen System, mit vielen Unbekannten (bei einem neuen Virus ist das vor allem zu Beginn so) dar – Das Spezielle: unangemessene Massnahmen in beide Steuerungsrichtungen können sehr grosse Schäden hinsichtlich Gesundheit, Sozialem und Wohlstand zur Folge, welche ethisch schwer zu verantworten sind.

Der Psychologe Dietrich Dörner erforschte in aufwändigen Simulations-Experimenten, welche Fehler Menschen im Umgang mit einem komplexen, dynamischen Systemen typischerweise machen. Dabei mussten Versuchspersonen (Studenten) beispielsweise über mehrere Spielrunden die Entwicklung einer Kleinstadt durch Einstellung verschiedenster Parameter möglichst positiv beeinflussen. Die Probanden hatten selbst bei einfachen Modellen, wie die manuelle Steuerung der Kälteanlage eines Kühlhauses Mühe, das System nicht zu übersteuern. Er erkannte 6 zentrale Quellen für Fehlentscheidungen in unseren Denkmustern:

1. Reparaturdienstverhalten - Falsche Zielbeschreibung

Statt für eine Erhöhung der gesamten Lebensfähigkeit eines Systems zu sorgen wenden wir uns nur Einzelprobleme zu. Oft sind jedoch die offensichtlichen Missstände nicht die, die eine Unternehmung oder gar Zivilisation tatsächlich gefährden. Risiken gehen von meist verdeckt wirkenden Faktoren aus, die angegangenen Missstände sind oft nur deren sekundäre Auswirkung. Die Beseitigung offensichtlicher Missstände ohne Analyse der grundlegenden Probleme nennt Dörner „Reparaturdienstverhalten“.

2. Unvernetzte Situationsanalyse

Oft werden Unternehmen und Organisationen anhand bestimmter Kennzahlen gemessen. Dabei wird zumeist die vernetzte Struktur ausser Acht gelassen, so dass z.B. sich aus dem System ergebende Grenzwerte nicht berücksichtigt werden, da sie nicht erkannt werden.

3. Irreversible Schwerpunktbildung

Bei der Suche nach Missständen werden oft Schwerpunkte gesetzt, die später nicht mehr hinterfragt werden. Die Teilnehmer in den Studien beharrten auf offensichtlich falschen Entscheidungen. So wurde der Erfolg einer Veränderung nur anhand von Werten gemessen, die vielleicht in der Anfangsphase aussagekräftig schienen, andere Faktoren wurden jedoch konsequent ausgeblendet.

4. Unbeachtete Nebenwirkungen

In komplexen Systemen wirkt sich jede Veränderung auch auf andere Bereiche aus. Es gibt letztendlich keine linearen Kausalzusammenhänge. Meist wird jedoch bei der Einflussnahme auf einen Faktor nur seine Hauptwirkungsweise betrachtet, Nebenwirkungen werden, besonders wenn sie zeitverzögert auftreten, übersehen oder falsch gedeutet.

5. Tendenz zur Übersteuerung

Bei der Einflussnahme auf komplexe Systeme genügen schon kleine Veränderungen, um eine grosse Wirkung herbeizuführen. Die Wirkung erfolgt zudem meist zeitversetzt. Lässt eine Wirkung jedoch auf sich warten, werden die Veränderungen immer grösser und radikaler. So schiesst man oft über das Ziel hinaus und erreicht unter Umständen das Gegenteil dessen, was man beabsichtigt hat.

6. Tendenz zu autoritärem Verhalten

Hat man erste Erfolge mit den Veränderungen erreicht, so glaubt man oft, ein System beherrschen zu können. Nicht selten führt dies zu gewissen Gigantismen, gestärkt durch kurzfristige Erfolge und die Aussicht auf persönliche Belohnung (z.B. Prestigegewinn). Dabei setzt man allerdings die gesamte Organisationsstruktur aufs Spiel.

Wie wird diese Aufgabe lösbar?

Die Aufgabe ist nur mit einer interdiziplinären Auslegeordnung lösbar, bei der nicht nur Theoretiker zu Wort kommen dürfen, sondern auch das Erfahrungswissen von Praktikern den selebn Stellenwert hat.