Mund-Nasen-Schutz & Atemschutzmasken

Masken zum Schutz vor Übertragung von Keimen

Man muss bei den Masken klar zwischen den verschieden Masken sowie dem Fremd- versus Eigenschutz unterscheiden. Auch kommt der richtige Umgang mit Masken eine bedeutende Rolle zu. Wie man dem Volk richtiges Händewaschen beibringen konnte, so kann man ihm auch die richtige Anwendung von Masken beibringen.

Mund-Nasen-Schutz (Hygienemaske)

Empfehlung der WHO

Bislang war die Haltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Mund-Nasen-Schutz (MNS) nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Mit einer Empfehlung für die breite Bevölkerung war sie jedoch zurückhaltend und wies auf die Kosten einer Massnahme mit unzureichener Evidenz ihrer Wirksamkeit hin. Nun hat sie am 05.06.2020 bekannt gegeben, dass sie neu zur Eindämmung von Infektionen durch COVID-19, das Tragen solcher Masken in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder anderen Räumen, emfehle. Zugleich warnte die WHO jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so mit dem Virus kontaminierten. Auch wies sie darauf hin, dass Masken auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln können.

Schutz der Umgebung (Fremdschutz)

Das Ziel einer auch als Hygienemaske bezeichneten MNS ist der Schutz seiner Umgebung vor einer Kontamnination mit infektösen Keimen, die der Maskenträger unbewusst in sich trägt und über Mund und Nase abgibt. Wie gut Masken für den alltäglichen Gebrauch, also Einweg MNS (OP-Masken) und Community Masks (meist Stoffmasken), eine Weitergabe von Covid-19 verhindert ist noch nicht abschliessemd geklärt. Die heute verfügbaren Studienergebnisse sind zum Teil widersprüchlich und lassen auch Fragen unbeantwortet

Bei den zertifizierten OP-Masken wird die Filterwirkung mit 300 nm grossen Partikeln überprüft. Ein in Tröpfchen von ganz unterschiedlicher Grösse gekapseltes Virus Sars-CoV-2 haben eine Durchmesser von 60 bis 140 Nanometer. Eine zurückgezogene südkoreanische Studie zeigte, dass die Viren beim Husten die Maske passierten, dabei jedoch das Tröpfchen verlieren. Die Forscher haben es jedoch verpasst zu prüffen, ob diese Viren nach dem passieren des Filters noch infektiös waren.

Entscheidender für die Entweichung von Aerosolen (Tröpfchen < 5), welche vor allem beim Sprechen und Singen, in geringerem Ausmass auch beim Atmen, freigesetz werden, sind die Leckagen im Randbereich der Maske. Die Schutzwirkung hängt somit auch davon ab, wie gut der MNS auf dem Gesicht anliegt.

Zudem ist sich die Fachwelt auch nicht einig, ob der Infektionsweg über Tröpfchen (Niesen, Husten, Schreien) oder der über Aerosole bedeutender ist. Wir gewichen eine Übertragung des Virus über Aerosole stärker, weil:

  • Superspreading-Events, welche sich auf Innenräume (auch Verkehrsmittel) mit vielen Menschen konzentrieren, für die meisten Ansteckungen verantwortlich sind und dabei Viele im Raum von einer Person infiziert werden
  • gut dokumentierte Fälle zeigen, dass es über eine grössere räumliche Entfernung zu Ansteckungen mit COVID-19 kam, was nur über eine infektiöse Aerosolwolke vorstellbar ist

Eigenschutz

Die Luft zum Atmen, die infektiöse Keime enthalten kann, gelangt zu einem grossen Teil über die Leckagen im Randbereich der Maske ungefiltert zu Mund un Nase des Maskierten, weil der Luftwiderstand durch die Maske grösser ist. Deshalb gilt ein MNS nicht als Atemschutzmaske!

Richtige Anwendung

Nur bei einer richtigen Anwendung ereichet ein solcher MNS den best möglichen Schutz. Eine falsche Anwendung kann gar zu einer Gefährdung führen, in dem sie Schmierinfektionen ermöglichen und eine feuchte Maske einen guten Nährboden für Bakterien und Pilze darstellt

So werden Hygienemasken richtig angewendet:

  • Vor dem Aufsetzen: Hände für 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen oder desinfizieren

  • Beim Anziehen darauf achten, dass die Innenseite der Maske (bei OP-Masken blaue oder grüne Seite) nicht berührt wird.

  • Die Maske sollte so sitzen, dass die Ränder möglichst eng anliegen (richtige Maskengrösse); um den MNS zu befestigen, die Schlaufen um die Ohren befestigen (diese können auch ge­kreuzt verwendet werden, wenn die Maske so besser sitzt) und Nase sowie Mund bedeckt sind; dabei sollte der Drahtbügel so geformt werden, dass die Maske eng an der Nase an­liegt; der untere Rand des MNS ist unter das Kinn zu ziehen

  • Um Infektionen über die Hände zu vermeiden, sollte man sich nicht ins Gesicht fassen oder die Maske berühren.

  • Sobald die Maske feucht ist, oder die Situation sie nicht mehr nötig macht, ausziehen.

  • Vor dem Ausziehen: Hände wieder für 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen.

  • Beim Abnehmen der Maske, sollte man darauf achten die Aussenseite, die eventuell kon­ta­mi­niert sein könnte, nicht zu berühren - dafür nutzt man am besten die Schlaufen der Maske.

  • Nach dem Ausziehen: Hände erneut für 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen.

Die Einweg MNS sind unmittelbar, ohne sie vorher irgendwo abzulegen, in einem Abfallsack oder schliessbaren Kübel zu entsorgen!

Die wiederverwendbarer MNS (Community Mask) ist unmittelbar nach dem Ablegen so in einem dafür bestimmten Beutel oder Behälter zu verstauen, dass dadurch keine Schmierinfektion begünstigt wird (z.B. immer in der gleichen Lage, wie Innenseite oben)! Diese dürfe nicht länger feucht gelagert werden. Sie sind mit min. 60°C zu waschen.

Ein Mund-Nasen-Schutz erschwert, vor allem über längere Zeit das Atmen und kann deshalb bei sehr gebrechlichen Menschen, schweren Asmatikern und COPD-Patienten problematisch sein (gilt auch für unbelüftete Atemschutzmasken).

Einweg Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske, Chirurgen-Maske)

Einweg Mund-Nasen-Schutz nach EN 14683:2019 in Typ I (95% Filterleistung), Typ II (98% Filterleistung) und Typ II R (zusätzlich flüssigkeitsresistenten), die auch als OP-oder Chirurgen-Masken bezeichnet werden, dienen primär dem Schutz der unmittelbaren Umgebung des Maskenträgers vor Kontamination mit Tröpfchen aus dessen Mund und Nase und gelten nicht als Atemschutz für den Träger - das ursprüngliche Ziel: aus dem Mund-Rachen-Raum von ÄrzteInnen oder Pflegepersonal sollen keine Keime in die Atemwege und Wunden von Patienten gelangen. Zudem sorgen in OPS Lüftungsanlagen für Reinraumbedingungen (in andern Bereichen von manchen Spitälern und Pflegeeinrichtungen halten die Lüftungsanlagen die Hygienerichtlinien nach SWKI VA104-1 nicht unbedint ein).

Bei diesen Masken handelt es sich um Einwegmasken, welche auch nach einer Pause nicht erneut benutzt werden sollten. Sie sind auch zu wecheln, wenn sie durchfeuchtet sind. Die für den europäischen Markt bestimmten Masken sind für Kinder und Jugendliche mit eher kleinerem Kopf ungeignet (für Asiaten gibt es kleinere Masken).

Community Mask (wiederverwendbare Hygienemaske)

Als Community Mask wird ein mehrfach verwendbarer Mund-Nasen-Schutz bezeichnet, der im Spitalbereich nicht zugelassen ist. Die Qualität solcher Masken im Handel und selbstgebastelter Masken ist sehr unterschiedlich. Sie Unterscheiden sich in den Materialien, Anzahl Lagen und Passform, was zu einer sehr unterschiedlichen, oft auch ungenügenden, Filterleistung führt Es kann unter Umständen ein engmaschiges halbtransparentes Seidenstoff mehr zurückhalten als ein Küchentuchstoff). Zudem fehlt für die meisten angebotenen Masken ein Nachweis, dass die verwendeten Textilien und Farben schadstofffrei (Schadstoffe welche die Atemluft belasten können oder auf der Haut allergische Reaktionen auslösen können) sind.

Seit kurzen gibt es die Schweizer Community Masks, welche das in Zusammenarbeit mit der EMPA entwickelte Prüfsiegel "TESTEX Community Mask" tragen, welches auch den "Öko-Tex Std. 100" beinhaltet. Nur diese Community Masks garantieren, dass auch nach fünfmaligem Waschen (soll vor dem 1. Tragen gewaschen werden und danach wöchendlich gewaschen werden) eine ausreichende Filterleistung besteht.

Wir erachten aus hygienischer Sicht TESTEX Community Masks als bedingt (richtige Anwendung / Anwendungsbereich und Passform vorausgesetzt) empfehlenswert, alle ungeprüften Community Masks als nicht zu empfehlen. Im Freien sollten Masken höchstens in grossem Menschenmassen getragen werden. Wirklich Sinn macht ein Mund-Nasen-Schutz in der Öffendlichkeit nur, wenn praktisch alle einen tragen. Gerade die Maskenverweigerer dürften potenziel Infizierte sein, weil diese sich wohl auch sonst kaum vor dem Virus schützen. Wenn man selber infektiös ist, hat man die Öffendlichkeit zu meiden (sich auch nicht sich mit einer Maske im öffendlichen Raum aufhalten).

Gesichtsscchild

Ein Face-Shield wird im hochinfektiösen Spitalbereich als Zusatzschutz vor Infektion des Trägers (über seine Augenschleimhäute) verwendet, stellt aber, wenn dieses deutlich unter das Kien reicht, bei machen Brachenschutzkonzepten eine Alternative zur Community Mask dar.

Nur wie gut schneidet diese als Alternative im Vergleich zu einer Community Mask ab? Wir kennen keine aussagekräftige Studie über die Schutzwirkung solcher Schilde aus Plexiglas. Auf der Basis unserer Kenntnisse über das Verhalten von Tröpfchen und Aerosolen in der Luft, gehen wir davon aus, dass sie von Angesicht zu Angesicht keinen signifikant schlechteren Schutz als eine Community Mask darstellen (vor Tröpfchen eher einen besseren, weil diese nicht durch das Plexiglas kommen - vor Aerosolen eher einen noch schlechteren, weil die Aerosolwolke überhaupt nicht gefiltert wird). Wird der Träger jedoch von einem Infizierten von hinten angesprochen oder angehustet, dann wird das Schild zum Virenfänger, so dass der Träger eine grössere Virenlast einatmet, als ohne Schild.

Es werden Einweg- und desinfiszierbare Mehrweg- Gesichtsschilder angeboten, welche die hochklappbar sind oder welche, deren Position man nicht verändern kann. Wir sehen diese Schilde als bessere Alternativen in gut belüfteten Räumen für Personal im Gastrobereich und Tätigkeiten mit Körperkontakt, wo das Gesicht des Trägers auf kurze Distanz mehrheitlich dem Kunden zugewandt ist.

Atemschutzmasken

Atemschutzmasken sind Masken, bei denen der Träger keine Luft, die nicht aus einer Pressluftflasche oder durch einen Filter kommt, einatmet. Dabei unterscheidet man belüfttete Masken (bei denen wird Luft mit einer Pumpe oder aus einer Pressluftflasche zugeführt) oder unbelüftet; sowie zwischen FFP-Masken mit oder ohne Ausatmungsventil und Halb- oder Vollmasken mit Filter oder Perssluftanschluss (immer mit Ventilen).

Filtrierende Einweghalbmasken FFP2/3 oder (K)N95/99

In Europa werden filtrierende Einweghalbmasken nach EN 149:2001+A1:2009 zertifiziert und als FFP+ / FFP2 / FFP3 (filtering face piece) bezeichnet, ihre Pendans aus den USA sind die N95 / N99, respektive auch China die KN95 / KN99. Sowohl im Gesundheitsbereich, als auch im gewerblichen / industriellen Bereich dienen diese Masken dem Maskenträger als Eigenschutz vor gefährlichen Partikel und Fasern (z.B. Keime, Feinstaub, Asbestfasern). Die Filterleistung ist aber auch bei diesen Masken keine 100% (vor allem sehr kleine Aerosole filtrieren sie kaum) und eine Infektion über die Augenschleimhäute kann bei COVID-19, insbesondere bei einer hohen Virenlast, auch nicht ausgeschlossen werden.

Masken ohne Ausatemventil, welche mit nur bedingt, schützen auch seine Umgebung vor der Kontamination mit Keimen, wenn der Maskenträger infektiös ist. Auch ein Ventil bremst beim Niesen oder Husten die Tröpfchen stark ab und lenkt sie seitlich oder nach unten ab (je nach Bauart des Ventils).

Unterschiedliche Filterklassen

Halb und Vollmasken mit Filter