Schall + Akustik

Geräsche in Innenräumen

Konzert mit David Pena Dorante und Renaud García-Fons.jpg

Das plätschern von Wasser in einem Brunnen wird meist als angenehm, beruhigend empfunden. Dagegen bedeutet für einige Menschen schon das Summen einer Pumpe oder die Geräusche eines Ventilators mit dem selben Schallpegel eine signifikannte Störung beim EInschlafen. Die Reaktion von Menschen auf Schall ist individuell sehr unterschiedlich und bei Weitem nicht nur vom Schallpegel abhängig. Jedoch orientieren sich gesetzlichen Vorschriften und technischen Normen nur am Schallpegel. Zudem fliessen auch Halleffekte, die von der Raumakustik abhängen, in unsere Wahrnehmung, ob angenehm oder unangenehm, mit ein. Der Schallschutz und die Raumakustik stellen einen wichtigen Bereich der BAuphysik dar.

Der Hörschall

Technische Akustik

Die technische Akustik den Schalldruck frequenzabhängig und zeitabhängig je nach verwendetem Filter anders gewichtet. Das menschlich Gehör ist zwar auch nicht über den ganzen Hörbereich gleich empfind­lich, der Frequenzfilter A zeigt aber bei Frequenzen unter 1 kHz eine deutliche Unter­be­wertung, der C-Filter eine Überbewertung im Vergleich zur tatsächlichen Hör­cha­rak­te­ristik.

Eine Reduktion des Schalldruckpegels um -10 dB wird subjektiv als Halbierung der Lautstärke wahrgenommen. Ein Geräusch das nur gerade +1 dB über dem Hintergrundrauschen liegt wird kaum wahrgenommen. Das bedeutet, es spielt bei der Beurteilung der Emission wohl auch eine Rolle wie laut die Umgebung ist.

Psychoakustik

Die Psycho­akus­tik versucht weitegehend Schalleindrücke zu bewerten.Sie beschreibt die Wirkung eines Schall­er­eig­nis­ses auf den Menschen und berücksichtigt folgende Faktoren:

  • Lautheit, das Lautstärkeempfinden
  • Schärfe, die Hochtonhaltigkeit eines Geräusches
  • Fluktuation, langsame Lautheitsschwankungen
  • Rauhigkeit, schnelle Lautheitsschwankungen
  • Tonalität, Hervortreten einzelner tonaler Anteile

Eine psychoakustische Schallanalyse ist aufwendig und deshalb wenden wir zur Beurteilung der Schallkulisse weiterhin die technische Akustik an. Um die tiefen Brumtöne besser zu berück­sich­tigen, empfehlen wir nicht nur nach der A-Filtercharakteristik (LAF) zu bewerten, son­dern zusätzlich auch nach der C-Kennlinie (LCF) zu urteilen.

Infraschall und Viberationen (Körperschall)

Infraschall versteht man Schallwellen mit Frequenz unterhalb von etwa 16 Hz. Sie sind sind kaum hörbar und können luftgetragen erst bei höheren Schalldrücken über den Körper wahrgenommen werden. Die Wahrnehmung als Körperschall, also bei der Ausbreitung über Festkörper, ist Infraschall mit weit kleineren Stärken als Viberationen spührbar.

Viele technischen Anlagen können permanent oder sporadisch tieffrequente Geräusche erzeugen. Wenn sich diese langwelligen Schallwellen als Stehende Welle in einem geschlossenen Raum aufschaukeln oder wenn Gebäude- oder Anlagebauteile in Resonanz geraten, kann dies wahrnehmbar werden.