Schall und Strahlung

Geräusche, Lärm, Beleuchtung, Elektrosmog & Radioaktivität

Schall und Akustik

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Das plätschern von Wasser in einem Brunnen wird meist als angenehm, beruhigend empfunden. Dagegen bedeutet für einige Menschen schon das Summen einer Pumpe oder die Geräusche eines Ventilators mit dem selben Schallpegel eine signifikannte Störung beim EInschlafen. Die Reaktion von Menschen auf Schall ist individuell sehr unterschiedlich und bei Weitem nicht nur vom Schallpegel abhängig. Jedoch orientieren sich gesetzlichen Vorschriften und technischen Normen nur am Schallpegel. Zudem fliessen auch Halleffekte, die von der Raumakustik abhängen, in unsere Wahrnehmung, ob angenehm oder unangenehm, mit ein. Der Schallschutz und die Raumakustik stellen einen wichtigen Bereich der BAuphysik dar.

Der Hörschall

Technische Akustik

Die technische Akustik den Schalldruck frequenzabhängig und zeitabhängig je nach verwendetem Filter anders gewichtet. Das menschlich Gehör ist zwar auch nicht über den ganzen Hörbereich gleich empfind­lich, der Frequenzfilter A zeigt aber bei Frequenzen unter 1 kHz eine deutliche Unter­be­wertung, der C-Filter eine Überbewertung im Vergleich zur tatsächlichen Hör­cha­rak­te­ristik.

Eine Reduktion des Schalldruckpegels um -10 dB wird subjektiv als Halbierung der Lautstärke wahrgenommen. Ein Geräusch das nur gerade +1 dB über dem Hintergrundrauschen liegt wird kaum wahrgenommen. Das bedeutet, es spielt bei der Beurteilung der Emission wohl auch eine Rolle wie laut die Umgebung ist.

Psychoakustik

Die Psycho­akus­tik versucht weitegehend Schalleindrücke zu bewerten.Sie beschreibt die Wirkung eines Schall­er­eig­nis­ses auf den Menschen und berücksichtigt folgende Faktoren:

  • Lautheit, das Lautstärkeempfinden
  • Schärfe, die Hochtonhaltigkeit eines Geräusches
  • Fluktuation, langsame Lautheitsschwankungen
  • Rauhigkeit, schnelle Lautheitsschwankungen
  • Tonalität, Hervortreten einzelner tonaler Anteile

Eine psychoakustische Schallanalyse ist aufwendig und deshalb wenden wir zur Beurteilung der Schallkulisse weiterhin die technische Akustik an. Um die tiefen Brumtöne besser zu berück­sich­tigen, empfehlen wir nicht nur nach der A-Filtercharakteristik (LAF) zu bewerten, son­dern zusätzlich auch nach der C-Kennlinie (LCF) zu urteilen.

Infraschall und Viberationen (Körperschall)

Infraschall versteht man Schallwellen mit Frequenz unterhalb von etwa 16 Hz. Sie sind sind kaum hörbar und können luftgetragen erst bei höheren Schalldrücken über den Körper wahrgenommen werden. Die Wahrnehmung als Körperschall, also bei der Ausbreitung über Festkörper, ist Infraschall mit weit kleineren Stärken als Viberationen spührbar.

Viele technischen Anlagen können permanent oder sporadisch tieffrequente Geräusche erzeugen. Wenn sich diese langwelligen Schallwellen als Stehende Welle in einem geschlossenen Raum aufschaukeln oder wenn Gebäude- oder Anlagebauteile in Resonanz geraten, kann dies wahrnehmbar werden.

Elektromagnetische Felder und Strahlung

Bild: Quellen für Elektrosmog

Elektromagnetische Felder, die aus einer magnetischen und einer elektrischen Komponente bestehen, sind seit der Entstehung unserer Umwelt ein fester Bestandteil dessen. Ihnen kommt in der Evolution des Lebens eine entscheidende Rolle zu. Die natürlichen Felder decken ein weites Frequenzspektrum ab, von den statischen, nieder- und hochfrequenten, den Mikrowellen, über das Licht bis zu Röntgen- und Gamma- Strahlung.

Die meisten von aussen auf uns einwirkenden natürlichen Einflüsse können wir nicht bewusst wahrnehmen, denken wir an das Erdmagnetfeld, die elektrischen Potentiale der Atmosphäre, die UV- Strahlung der Sonne, die Radioaktivität von Erde und Kosmos. Nur einen winzigen Teil­be­reich dieses grossen Spektrums können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, nämlich Wärmestrahlung und sichtbares Licht.

Auch die meisten elektrodynamischen und elektrochemischen Abläufe im Körperinnern be­mer­ken wir nicht. Weder den elektromagnetischen Reiz zur Steuerung des Herzrhythmus, noch die ultrafeinen elektro­mag­netischen Schwingungen, mit denen milliarden Zellen pausenlos miteinan­der kommunizieren. Die Informationen unserer Zellen steuern, alle Vorgänge in unserem Körper.

Nichtionisierende Strahlung

Biologische Wirkungen bei ener­gie­reicher Einwirkung von Feldern und Strahlung auf Orga­nis­men wissenschaftlich schon lange anerkannt und der Gesetzgeber hat in der Ver­ordnung zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung (NSIV) die gesetzlichen Immissions­grenz­werte auf der Basis dieser Wirkungen festgelegt. Bei tiefen Frequenzen (Nieder­frequenz) sind das Muskelreizungen (z.Bsp. Muskel­zuc­kun­gen, kann beim Herz lebens­be­droh­lich werden), bei höheren Frequenzen (Hochfrequenz, Mikro­welle, IR, Licht …) ist das eine Er­wärmung von Ge­webe (darauf beruht der Mikrowellenofen) und bei noch höheren Frequenzen (UV-C, Röntgen- und Gamma- Strahlung) kommt noch die ionisierende Wirkung (Potenzial Elek­tronen aus Ato­men oder Molekülen zu entfernen) dazu.

Elektrosmog und Elektrosensibilität

Heute wird kontrovers diskutiert, ob auch elektromagnetische Strahlung im Niedrigdosisbereich aus der Um­welt, insbesondere künstlich erzeugt (Elektrosmog), die innere elektrodynamische und elektro­chemische Kommunikation, respektive Prozesse von Lebewesen beeinflussen kann. Viele in wissenschaftlichen Studien beobachten Effekte lassen eine Beeinflussung auch im Niedrigdosisbereich vermuten. Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung für diese Effekte gibt es allerdings nicht. Menschen die auf elektromagnetische Strahlung, abseits des natürlichen Spektrums, im Niedrigdosisbereich mit Symthomen (meist unspezifische) reagieren, werden als elektrosensible oder elektrohypersensible Personen bezeichne. Auch die Elektrosensibiliät kann heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, aber viele Aussagen von Betroffenen lassen dessen Existenz vermuten.

Unsere hochtechnisierte Welt erzeugt heute künstlich eine Vielzahl elektromagnetischer Felder, die sich in ihrer Form klar von natürlichen Wellen unterscheiden. Der Anteil an technisch erzeugten Einflüssen, der populistisch als Elektrosmog bezeichnet wird, nimmt in der heutigen zivilisierten Umwelt rasant zu. Unter der Annahme, dass es bei bestimmten Signalformen im Niedrigdosisbereich nicht nur biologische Effekte gibt, sonder auch einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden oder gar die Gesundheit von Lebewesen, haben verschiedene Organisa­tionen und Experten auf der Basis von eigenen Beobachtungen oder im Kontext zu verschie­de­nen Studien Vorsorgewerte weit unterhalb gesetzlicher Grenzwertt formuliert.

Die Baubiologie (Elektrobiologie) geht noch einen Schritt weiter und fordert, dass unnatürliche Um­welt­einflüsse im Rahmen des Machbaren zu minimieren sind.Vor allem Schlaf­plätze werden von Baubiologen sehr kritisch betrachtet, weil sie davon ausgehen, dass im Schlaf der mensch­liche Körper besonders empfindlich auf "äussere Reize" regiert.

Licht

in Arbeit!

Radioaktivität

in Arbeit!