Studie: Mykotoxine aus verschimmelten Tapeten

· Biogene Schadstoffe

Viele Pilzarten können sich bei ausreichender Feuchtigkeit auf Baumaterialien wie Tapeten ansiedeln. Einige produzieren Mykotoxine (Pilzgifte), die sich durch Aerolisierung – d. h. durch Eintrag in die Luft – ausbreiten. Dies erfolgt durch Luftbewegungen sowie durch die Bewegung von Personen im Raum, wodurch Raumbewohner diese Gifte einatmen können.

Die Studie

Das Team um B. Aleksic von der Université de Toulouse hat die Verteilung von Mykotoxinen in der Raumluft in der Studie Aerosolization of mycotoxins after growth of toxinogenic fungi on wallpaper (2017, Applied and Environmental Microbiology) untersucht. Im Fokus standen die Spezies Penicillium brevicompactum, Aspergillus versicolor und Stachybotrys chartarum.

Ergebnisse

Das produzierte Pilzgift Mycophenolsäure erreichte eine Konzentration von 1.8 mg/m² Tapete, Sterigmatocystin 112.1 mg/m² und makrozyklische Trichothecene 27.8 mg/m². Bereits eine Luftgeschwindigkeit von 0.3 m/s reichte bei P. brevicompactum, um Toxine von der Tapete in die Luft zu befördern.

Die grösste toxische Belastung konzentriert sich auf Partikel in der Grösse von Sporen oder Pilzmyzelfragmenten (≥ 3 μm). Einige makrozyklische Trichothecene wurden jedoch auf kleineren Partikeln gefunden – diese können bei Einatmung tief in die Atemwege eindringen.

Diese Erkenntnisse sind bedeutend für die Risikoabschätzung in verschimmelten Räumen.

Quelle: Aleksic et al. 2017: Aerosolization of mycotoxins after growth of toxinogenic fungi on wallpaper (ASM)