Virenlast von SARS-CoV-2 – erste klinische Daten aus China
Lancet-Studie dokumentiert hohe Viruskonzentrationen im Rachen von früh infizierten Patienten und weist auf Übertragung vor Symptombeginn hin
Eine frühe Beobachtungsstudie aus Peking untersuchte die Virenlast in klinischen Proben von COVID-19-Patienten. Die Forschenden sammelten Proben aus Nasen-Rachen-Abstrichen, Sputum, Urin und Stuhl von 17 bestätigten Patienten zu verschiedenen Zeitpunkten im Krankheitsverlauf.
Zentrale Befunde
Die höchste Viruskonzentration im Nasen-Rachen-Raum wurde in der ersten Woche nach Symptombeginn gemessen. Sputumproben wiesen teils noch höhere Konzentrationen auf als Nasen-Rachen-Abstriche – ein Hinweis, dass tief in den Atemwegen gebildete Sekrete besonders virushältig sind.
Auch bei Patienten mit mildem Verlauf waren die gemessenen Viruslasten hoch und vergleichbar mit jenen bei schwerer Erkrankung. Virales RNA war zudem in Stuhlproben nachweisbar, jedoch ist eine fäkale Übertragungsroute nach aktuellem Wissensstand nicht relevant.
Bedeutung für die Praxis
Die Befunde unterstreichen, warum infizierte Personen schon vor dem Auftreten klarer Symptome – oder bei nur leichten Beschwerden – hochinfektiös sein können. Massnahmen, die ausschliesslich auf erkennbar Erkrankte abzielen, sind deshalb unzureichend.