Hohe Virusausscheidung auch bei symptomlosen Infizierten

NEJM-Studie dokumentiert vergleichbare Viruslasten bei asymptomatischen und symptomatischen SARS-CoV-2-Infizierten

· mdu · Hygiene, Studie

Chinesische Forschende untersuchten in dieser vielzitierten Kurzmitteilung die Virusausscheidung im oberen Atemtrakt von 18 Patienten aus Zhuhai, China. Besonders aufschlussreich war der Vergleich zwischen symptomatischen Patienten und einem asymptomatischen Kontakt.

Zentrale Befunde

Die Viruslasten im Nasen-Rachen-Raum eines symptomlosen Infizierten lagen im ähnlichen Bereich wie jene symptomatischer Patienten. Der Verlauf der Virusausscheidung zeigte zudem ein anderes Muster als bei der SARS-CoV-1-Epidemie von 2003: Während bei SARS-CoV-1 die Virusausscheidung ihren Höhepunkt erst im späteren Krankheitsverlauf erreichte, trat dieser bei SARS-CoV-2 sehr früh auf – noch vor oder kurz nach Symptombeginn.

Bedeutung für die Praxis

Dieser Befund ist epidemiologisch weitreichend: Wer keine Symptome zeigt, kann dennoch hochinfektiös sein. Das macht symptombasierte Screening-Konzepte allein unzureichend und begründet präventive Massnahmen wie gute Raumlüftung als dauerhaft wirksamen Schutz – unabhängig davon, ob Anwesende Symptome zeigen.

Quelle: Zou L, Ruan F, Huang M et al. (2020): SARS-CoV-2 viral load in upper respiratory specimens of infected patients. New England Journal of Medicine.