SARS-CoV-2 bleibt in Aerosolen bis zu drei Stunden infektiös
NEJM-Studie vergleicht die Stabilität von SARS-CoV-2 und SARS-CoV-1 in Aerosolen und auf Oberflächen
Forschende der US National Institutes of Health, der CDC und weiterer Institutionen untersuchten, wie lange SARS-CoV-2 in experimentell erzeugten Aerosolen und auf verschiedenen Oberflächen infektiös bleibt.
Zentrale Befunde
In Aerosolen (Partikel < 5 µm) blieb SARS-CoV-2 unter Laborbedingungen bis zu 3 Stunden nachweisbar und infektiös – mit einer Halbwertszeit von ca. 1,1 Stunden. Auf Kupfer überlebte das Virus bis zu 4 Stunden, auf Karton bis zu 24 Stunden, auf Edelstahl und Kunststoff bis zu 72 Stunden. SARS-CoV-1 zeigte eine vergleichbare Stabilität.
Bedeutung für die Praxis
Die Studie lieferte unter den frühen Veröffentlichungen zu SARS-CoV-2 einen wichtigen experimentellen Beleg für die aerogene Übertragbarkeit des Virus. Die lange Überlebensdauer auf Oberflächen unterstreicht die Bedeutung regelmässiger Desinfektion häufig berührter Kontaktflächen. Für den Innenraum bedeutet die aerogene Stabilität: Räume, in denen sich infizierte Personen aufgehalten haben, stellen auch nach deren Abgang noch ein Expositionsrisiko dar, wenn kein ausreichender Luftwechsel stattgefunden hat.