Virologische Charakterisierung hospitalisierter COVID-19-Patienten

Nature-Studie liefert frühe Daten zu Virenlast, Infektiosität und Umweltstabilität von SARS-CoV-2

· mdu · Hygiene, Studie

Das Team um Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr untersuchte neun frühe COVID-19-Patienten in München umfassend und publizierten die Ergebnisse im April 2020 in Nature.

Wichtigste Befunde

  • Die höchste Virenlast wurde in den ersten fünf Krankheitstagen gemessen – in Rachen- und Nasenabstrichen.
  • Infektiöse Viruspartikel (Viruskultur-positiv) wurden nur in der ersten Krankheitswoche isoliert. Ab Tag 8 war trotz hoher PCR-Positivität kein kultivierungsfähiges Virus mehr nachweisbar.
  • Im Sputum war die Virenlast deutlich höher als im Rachenabstrich.
  • Stuhlproben enthielten RNA, aber kein kultivierungsfähiges Virus.

Bedeutung

Die Diskrepanz zwischen PCR-Positivität und tatsächlicher Infektiosität ist für Isolationskonzepte relevant: Ein positiver PCR-Test ist kein verlässlicher Infektionsindikator in der späteren Krankheitsphase. Für die Frage der aerogenen Übertragung unterstützt die Studie die Hypothese, dass die Hauptinfektionsgefahr in den ersten Krankheitstagen liegt – in denen betroffene Personen noch nicht wissen, dass sie infiziert sind.

Quelle: Wölfel R, Corman VM, Guggemos W et al. (2020): Virological assessment of hospitalized patients with COVID-2019. Nature, 581: 465–469. DOI: 10.1038/s41586-020-2196-x