Virologische Analyse früher COVID-19-Patienten – Sputum als primärer Virusträger
Nature-Studie aus München zeigt: Virusreplikation beginnt im Rachen, Sputum enthält höhere Virusmengen als Nasen-Rachen-Abstriche
Forschende am Institut für Virologie der Bundeswehr in München sowie der LMU München untersuchten im Detail die Viruskinetik und -ausscheidung bei neun frühen, laborbestätigten COVID-19-Patienten.
Zentrale Befunde
Die aktive Virusreplikation beginnt im Rachen-Nasen-Bereich, nicht primär in den tiefen Atemwegen. Sputumproben enthielten im Median höhere Viruskonzentrationen als Rachen-Abstriche – was erklärt, warum tief ausgeatmete Aerosole besonders virushältig sein können.
Infektiöses Virus war kulturell in Proben mit hoher Viruslast (> 10^6 Kopien/ml) nachweisbar, jedoch nicht mehr nach dem 8. Krankheitstag trotz anhaltend hohem Nachweis von viraler RNA. Aus Stuhlproben liess sich kein kultivierungsfähiges Virus isolieren, was eine fäkale Übertragungsroute unwahrscheinlich macht.
Bedeutung für die Praxis
Die Studie bestätigt, dass tief ausgeatmete Partikel – also Aerosole aus den tieferen Atemwegen – besonders virusreich sind. Gleichzeitig gibt sie Hinweise, dass der infektiöse Zeitraum begrenzter ist, als der RNA-Nachweis allein vermuten lässt. Für Schutzkonzepte in Gebäuden ist vor allem relevant: Personen in der frühen Erkrankungsphase scheiden aktiv infektiöses Virus aus.