Sprachaerosole bleiben 8 bis 14 Minuten in stehender Luft schwebend
PNAS-Studie macht winzige Sprachtröpfchen unter Laserlicht sichtbar und misst ihre Lebensdauer in ruhiger Luft
Forschende des National Institutes of Health nutzten einen Laserstrahl in einer abgedunkelten Box, um die beim Sprechen ausgestossenen Tröpfchen sichtbar zu machen. Die Versuchsperson sprach wiederholt den Satz «stay healthy» in verschiedenen Lautstärken.
Zentrale Befunde
Die beim Sprechen erzeugten Tröpfchen blieben in der abgeschlossenen Box (stehende Luft) 8 bis 14 Minuten sichtbar und in Suspension. Die Anzahl der emittierten Partikel nahm mit der Lautstärke der Stimme zu. Eine Hochrechnung ergab, dass beim Sprechen im normalen Ton pro Minute tausende Partikel emittiert werden, von denen ein relevanter Anteil SARS-CoV-2 enthalten kann, wenn die sprechende Person infiziert ist.
Bedeutung für die Praxis
Die Studie lieferte bildliche und quantitative Evidenz für die These, dass bereits normales Sprechen in geschlossenen Räumen eine relevante aerogene Exposition erzeugt. Die 8–14-Minuten-Lebensdauer in stehender Luft bedeutet: In einem schlecht belüfteten Raum akkumulieren Atempartikel rasch. Selbst wenn eine infizierte Person den Raum verlässt, verbleiben ihre Partikel in der Luft.