COVID-19-Ausbruch durch Klimaanlage in Restaurant – Guangzhou

Epidemiologische Studie dokumentiert aerogene Übertragung durch Umluft-Klimaanlage über mehr als 4 Meter Distanz

· mdu · Hygiene, Studie

Der Guangzhou-Restaurant-Fall wurde zu einer der meistzitierten Fallstudien zur aerogenen Übertragung von SARS-CoV-2 und wurde ausführlich im Zusammenhang mit Klimaanlagen und Lüftungskonzepten diskutiert.

Rekonstruktion des Ausbruchs

Am 24. Januar 2020 asen drei Familien (10 Personen) in einem klimatisierten Restaurant – eine davon hatte ein asymptomatisch infiziertes Mitglied. In den folgenden Tagen erkrankten 9 von 19 Personen, die in unmittelbarer Nähe der Klimaanlage sassen – obwohl zu keinem Zeitpunkt ein Nahkontakt zwischen den Familien stattgefunden hatte.

Die raumklimatische Analyse zeigte: Die Klimaanlage erzeugte einen Luftstrom, der Aerosole entlang einer Reihe von drei Tischen verfrachtet hatte. Personen ausserhalb dieses Luftstroms blieben gesund.

Bedeutung

  • Der Fall belegt, dass Umluft-Klimaanlagen ohne geeignete Filterung infektiöse Aerosole über Distanzen von mehr als 4 Metern verbreiten können.
  • Abstandsregeln allein (1,5 Meter) hätten hier keinen Schutz geboten.
  • Klimaanlagen im Umluftbetrieb ohne HEPA-Filterung sind während Pandemien in belegten Innenräumen risikobehaftet.

Quelle: Lu J, Gu J, Li K et al. (2020): COVID-19 Outbreak Associated with Air Conditioning in Restaurant, Guangzhou, China, 2020. Emerg Infect Dis, 26(7): 1628–1631. DOI: 10.3201/eid2607.200764