Offener Brief: Aerogene Übertragung von COVID-19 muss anerkannt werden
239 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern WHO und Behörden auf, Aerosolübertragung in Schutzkonzepte zu integrieren
Bis Mitte 2020 fokussierte die offizielle WHO-Kommunikation auf Tröpfchen- und Kontaktübertragung. Die aerogene Übertragung wurde lediglich für bestimmte medizinische Eingriffe («aerosol generating procedures») als relevant anerkannt.
Das Kernargument des offenen Briefes
Morawska, Milton und ihre 237 Mitunterzeichnenden legten dar, dass die vorliegenden Belege für eine aerogene Übertragung erheblich und konsistent sind:
- Superspreading-Events in Innenräumen (Chor, Restaurants, Fitnessstudios)
- Messbare virale RNA in der Raumluft
- Nahezu keine dokumentierten Ausbrüche im Freien
- Physikalische Plausibilität der Aerosol-Akkumulation in schlecht belüfteten Innenräumen
Forderungen an die WHO und Behörden
- Offizielle Anerkennung der aerogenen Übertragung
- Überarbeitung von Schutzmassnahmen: Lüftung, Luftreinigung und Masken mit höherer Filterleistung statt alleiniger Fokus auf Abstand und Tröpfchenprävention
Nachklang
Gut einen Monat nach dem Brief aktualisierte die WHO ihre Guidance zu Übertragungswegen. Der Brief gilt als Wendepunkt in der öffentlichen Diskussion über Lüftung und Aerosole.