Vorbestehende Immunität gegen SARS-CoV-2 bei Menschen ohne Kontakt
Science-Studie: Antikörper und kreuzreaktive T-Zellen gegen SARS-CoV-2 auch bei Personen ohne bekannte Exposition
Ng, Faulkner und Kollegen vom University College London untersuchten Blutproben, die vor der COVID-19-Pandemie gesammelt worden waren, auf Antikörper und T-Zell-Reaktivität gegen SARS-CoV-2.
Wichtigste Befunde
- In einem Teil der Vor-Pandemie-Proben (gesammelt 2011–2018) fanden sich kreuzreaktive Antikörper gegen SARS-CoV-2, insbesondere gegen das Spike-Protein.
- Diese Antikörper waren wahrscheinlich durch frühere Infektionen mit saisonalen Coronaviren (OC43, HKU1, NL63, 229E) erworben worden.
- Kinder wiesen häufiger solche kreuzreaktiven Antikörper auf als Erwachsene – passend zum bekannt milderen Verlauf von COVID-19 bei Kindern.
Bedeutung und Einschränkungen
Die Studie liefert einen möglichen immunologischen Erklärungsansatz für die grosse Variabilität in der Krankheitsschwere: Personen mit vorbestehender kreuzreaktiver Immunität könnten partiell geschützt sein. Ob diese Kreuzimmunität eine klinisch relevante Schutzwirkung bietet, blieb zum Zeitpunkt der Publikation offen und ist seither Gegenstand weiterer Forschung.