COVID-19-Cluster durch Fitnesskurse – Südkorea

Emerg-Infect-Dis-Studie: Aerosole durch körperliche Anstrengung bei Tanzkursen führen zu weitreichenden Sekundärübertragungen

· mdu · Hygiene, Studie

Jang, Han und Rhee untersuchten einen COVID-19-Cluster, der durch Fitnessstanzkurse in der südkoreanischen Stadt Cheonan ausgelöst worden war.

Ausbruchsverlauf

Eine infizierte Kursleitung hatte über mehrere Wochen Fitnesstanzkurse geleitet und dabei Teilnehmende verschiedener Studios angesteckt. Das Cluster umfasste 112 Fälle: Kursleiterinnen/-leiter, Teilnehmende und deren Haushaltskontakte.

Warum Sport das Risiko erhöht

Körperliche Anstrengung erhöht die Atemrate erheblich – damit auch die Menge an abgeatmeten Aerosolen. In einem geschlossenen Raum mit tanzenden Personen und lauter Musik (was ebenfalls zu lauterem Sprechen/Kommentieren führt) akkumulieren infektiöse Aerosole rasch.

Konsequenzen für Sport in Innenräumen

  • Fitnessstudios, Tanzkurse und Sportstätten benötigen bei Pandemiegeschehen besonders hohen Luftwechsel.
  • Belegungsgrenzen müssen deutlich restriktiver sein als für Räume ohne körperliche Aktivität.
  • Mobile Kursleiterinnen und -leiter, die mehrere Gruppen unterrichten, stellen ein besonderes Ausbreitungsrisiko dar.

Quelle: Jang S, Han SH, Rhee JY (2020): Cluster of Coronavirus Disease Associated with Fitness Dance Classes, South Korea. Emerg Infect Dis, 26(8): 1917–1920. DOI: 10.3201/eid2608.200633