Modellberechnung: Aerosol-Übertragungsrisiko von COVID-19 in Innenräumen

IJERPH-Studie des Max-Planck-Instituts quantifiziert Infektionsrisiko für 10 typische Innenraumsituationen

· mdu · Hygiene, Studie

Lelieveld, Helleis und Kollegen vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelten ein physikalisch-epidemiologisches Modell für verschiedene Innenraumsituationen.

Analysierte Szenarien

Berechnet wurde das Infektionsrisiko für 10 Situationen, darunter:

  • Supermarkt
  • Klassenzimmer
  • Einzelbüro und Grossraumbüro
  • Restaurant
  • Beförderungsmittel (Auto, Bus, Flugzeug)
  • Konzert/Sport (Innenraum)

Wichtigste Ergebnisse

Masken (gut anliegende FFP2-Masken bei Emitter und Empfänger) reduzieren das Aerosolrisiko um 90–95 %.

Lüftung hat bei hohem Luftwechsel einen fast ebenso grossen Effekt. Ein schlecht gelüftetes Klassenzimmer hat ein 5- bis 10-fach höheres Risiko als ein gut gelüftetes.

Abstandhalten reduziert das aerogene Risiko kaum – Aerosole verteilen sich im Raum, nicht nur in Nahkontaktzonen.

Aufenthaltsdauer: Lineare Zunahme des Risikos mit der Zeit. Kurze Aufenthalte (< 15 Minuten) in belüfteten Räumen sind deutlich sicherer als stundenlange Aufenthalte.

Fazit

Das Modell des MPI lieferte eine der klarsten quantitativen Begründungen dafür, warum Lüftung und Masken effektiver sind als Abstandsregeln bei der Bekämpfung der aerogenen Übertragung.

Quelle: Lelieveld J, Helleis F, Borrmann S et al. (2020): Model Calculations of Aerosol Transmission and Infection Risk of COVID-19 in Indoor Environments. Int J Environ Res Public Health, 17(21): 8114. DOI: 10.3390/ijerph17218114