Einfluss von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenlicht auf SARS-CoV-2-Infektiosität in Aerosolen
US-Regierungsstudie quantifiziert, wie Umgebungsbedingungen die Lebensdauer von SARS-CoV-2 in Aerosolen beeinflussen
Das National Biodefense Analysis and Countermeasures Center (USA) publizierte systematische Stabilitätsdaten für SARS-CoV-2 in Aerosolen unter verschiedenen Umgebungsbedingungen.
Wichtigste Befunde
Temperatur:
- Bei 20 °C und 40 % rel. Feuchtigkeit: Halbwertszeit der Infektiosität ca. 5 Stunden
- Bei 10 °C: deutlich länger; bei 30 °C: deutlich kürzer
Relative Luftfeuchtigkeit:
- Niedrige Luftfeuchtigkeit (20–40 % r.F.): längere Infektiosität
- Hohe Luftfeuchtigkeit (80 % r.F.): rascherer Verlust der Infektiosität
Sonnenlicht:
- Simuliertes Sonnenlicht (mit UVB-Anteil) reduziert die Infektiosität innerhalb weniger Minuten drastisch. Im Dunkeln bleibt das Virus stundenlang infektiös.
Bedeutung für Innenraumhygiene
Diese Daten liefern eine physikalische Erklärung für die saisonale Dynamik von Atemwegserkrankungen: Im Winter (kalt, trocken, kein Sonnenlicht in Innenräumen) ist die aerogene Transmission am günstigsten für Viren. Für Gebäude folgt daraus: Gerade in der Heizperiode – wenn Fenster geschlossen bleiben und die Luft trocken ist – ist ausreichende Frischluftzufuhr und Luftbefeuchtung besonders wichtig.