Aerogene SARS-CoV-2-Übertragung beim Skagit-Valley-Chor – detaillierte Analyse
Indoor-Air-Modellierungsstudie belegt: 96 % der Infektionen beim Chor-Superspreading-Event durch Aerosole erklärt
Der Skagit-Valley-Chor-Ausbruch (März 2020, 52 Erkrankungen von 61 Anwesenden) wurde von einem interdisziplinären Team in einer detaillierten Modellierungsstudie nachträglich analysiert.
Methodik
Das Team berechnete das Infektionsrisiko unter Annahme verschiedener Übertragungswege (Aerosole, Tröpfchen, Kontakt) und verglich die berechneten Fallzahlen mit den beobachteten.
Wichtigste Ergebnisse
- 96 % der Infektionen lassen sich durch aerogene Übertragung erklären.
- Tröpfchen- und Kontaktübertragung allein können die beobachtete Angriffsrate nicht erklären.
- Die berechnete Infektionsdosis lag bei ca. 300–2000 Virenpartikeln pro infizierter Person.
Massnahmen, die das Risiko reduziert hätten
Das Modell berechnet auch kontrafaktische Szenarien:
- Masken (mit gutem Sitz): Risikoreduktion ca. 85 %
- Kürzere Probenzeit (30 statt 150 Minuten): proportional geringeres Risiko
- Erhöhter Luftwechsel (auf 3–6 rv/h): erhebliche Risikominderung
Bedeutung
Die Studie ist ein Paradebeispiel für die retrograde Anwendung aerodynamischer Modelle auf reale Ereignisse. Sie wurde zu einer wissenschaftlichen Grundlage für Chorverbände, Veranstalter und Schul- und Kulturbehörden, die Risikoabschätzungen für Innenraumveranstaltungen mit Gesang durchführten.