Das Gebäude als komplexes mikrobiologisches Ökosystem

Zur CIRS-Forschungsarbeit im Medical Research Archives (MRA)

· mdu · Biogene Schadstoffe, Innenraumklima

Bei der Sanierung von verdeckten oder offenen Schimmelschäden reicht es in der Praxis nicht aus, lediglich sichtbare Flecken oberflächlich zu entfernen oder zu überstreichen. Der US-amerikanische Mediziner Dr. Scott McMahon weist in seiner im September 2025 im Fachjournal Medical Research Archives der European Society of Medicine (ESMED) publizierten Arbeit darauf hin, mikrobiell belastete Innenräume nicht ausschliesslich «schimmelzentriert» zu betrachten. Belastete Wohn- und Arbeitsräume müssen stattdessen als sensibles mikrobielles Ökosystem verstanden werden, in dem eine Vielzahl unsichtbarer Partikel miteinander interagiert.

Die Untersuchung widmet sich dem Chronic Inflammatory Response Syndrome (CIRS) – einem systemischen Entzündungssyndrom, das bei genetisch prädisponierten Personen durch das Einatmen von Biotoxinen, Mykotoxinen und Zellwandbestandteilen (wie Beta-Glukanen) aus Schimmelpilzen ausgelöst werden kann. Da herkömmliche Schwellenwerte für Sporenkonzentrationen diese empfindlichen Personengruppen oft nicht ausreichend schützen, schlagen die Autoren angepasste Sanierungsprotokolle vor. Diese koppeln die gesundhetliche Besserung der Bewohner direkt mit baubiologischen Innenraum-Messwerten vor und nach der Sanierung. Für die Praxis der Bauhygiene bedeutet dies: Nur eine vollständige Erfassung des gesamten Schadstoffspektrums und die Behebung der baulichen Ursachen sichern dauerhaft gesundes Wohnen.

Quelle: McMahon, S. (2025): Chronic Inflammatory Response Syndrome and the Microbial Ecology of Damaged Buildings. Medical Research Archives, Vol. 13