Das Energieeffizienz-Dilemma – Warum moderne Gebäude vermehrt zu Schimmel neigen

Zu den bauphysikalischen Analysen im Journal of Building Engineering

· mdu · Innenraumklima + Raumluftqualität, Bautechnik

Der Trend zu hochgradig isolierten und luftdichten Wohngebäuden leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, bringt jedoch gleichzeitig eine bauphysikalische Herausforderung mit sich: ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung. Umfassende Übersichtsanalysen im renommierten Journal of Building Engineering (veröffentlicht im Januar 2026) beschreiben ein systemisches Problem moderner Konstruktionen. Die luftdichte Versiegelung der Gebäudehülle zur Vermeidung von Wärmeverlusten sorgt dafür, dass nutzungsbedingte Feuchtigkeit im Rauminneren gefangen bleibt, sofern kein mechanischer oder optimal gesteuerter Luftaustausch erfolgt.

Die gesundheitlichen Konsequenzen für die Bewohner sind im Zuge dieser Langzeitstudien statistisch nachweisbar. In unzureichend belüfteten, modernen Wohnräumen steigt das Risiko für das Neuauftreten von Asthma sowie für allergische Reaktionen der oberen Atemwege. Um diesem Dilemma zu begegnen, setzt die moderne Bauphysik laut den Autoren verstärkt auf eine obligatorische Kopplung von automatisierten Lüftungstechnologien (wie kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung) und dem gezielten Einsatz von feuchteregulierenden Baumaterialien. Für Planer und Eigentümer zeigt sich: Eine kontinuierliche Überwachung der Innenraumluftqualität und ein durchdachtes Feuchtemanagement werden in modernen Gebäuden zu einer Kernaufgabe der Bauhygiene.

Quelle: Review (2025/2026): Indoor Air Quality and Moisture Risks in Highly Insulated Residential Buildings. Journal of Building Engineering