Radon-Fachtagung Baden-Württemberg

6. Fachtagung des Radon-Forums BW am 7./8. Oktober 2026 in Heidelberg

· mdu · #Tagung, #Radon, #Hinweis

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) trägt mit dem Radon-Forum Baden-Württemberg ein Netzwerk für den fachlichen Austausch zum radonsicheren Bauen und Sanieren. Am 7. und 8. Oktober 2026 findet im ATLANTIC Hotel Heidelberg die sechste Fachtagung dieser 2021 mit einer Online-Auftaktveranstaltung begonnenen Reihe statt, im bewährten Lunch-to-Lunch-Format mit einem dichten Programm aus Fachvorträgen und einer offenen Fragerunde.

Der erste Tag ist stark auf die deutsche Aufsichtspraxis ausgerichtet: Die Radon-Beratungsstelle Baden-Württemberg berichtet aus ihrer Arbeit, das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau stellt die Modellierung der landesweiten Radon-Prognosekarte vor, und zwei Vertretungen des Umweltministeriums sprechen zu Bodenluft- und Innenraummessungen sowie zur Radon-Aufsicht im Land. Zum Abschluss des ersten Tages sind geplante rechtliche Änderungen im beruflichen Radonschutz sowie der Radonschutz am Arbeitsplatz aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz Thema.

Der zweite Tag rückt die bauliche Umsetzung in den Vordergrund und ist damit auch ohne unmittelbaren Schweizer Bezug fachlich anschlussfähig: Drei Vorträge behandeln das neue WTA-Merkblatt zum Radonschutz im Gebäudebestand und dessen Anwendung auf Büro- und Industriebauten, bevor eine offene Fragerunde zu konkreten Radonproblemen den Abschluss bildet. Das erwähnte WTA-Merkblatt ist der im deutschsprachigen Raum abgestimmte Entwurf E-6-23, über dessen Vernehmlassung das IBH bereits berichtet hat: WTA-Merkblattentwurf zu Radon im Gebäudebestand in Vernehmlassung.

Anerkennung als Fortbildun

Die Tagung ist eine Veranstaltung einer deutschen Landesbehörde ohne unmittelbare Rechtswirkung für die Schweiz. Eine Anerkennung als Fortbildung ist bei der Architektenkammer und der Ingenieurkammer Baden-Württemberg angestrebt. Eine Anerkennung als Fortbildung für Radonfachpersonen in der Schweiz durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wurde hingegen nicht beantragt. Faktisch werden in der Schweiz ausschliesslich Aus- und Fortbildungen anerkannt, die eine nationale Radonfachstelle durchführt – je eine pro Sprachregion: Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Haute école d’ingénierie et d’architecture (HEIA-FR), Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI).

Kritik an der Anerkennungspraxis des BAG

Das IBH sieht dieses System kritisch. Pro Sprachregion ist nur ein einziger Bildungspartner für Radonfachpersonen durch das BAG anerkannt und im Ausland keiner, was ein faktisches Monopol ohne Wahlfreiheit oder Wettbewerb darstellt. Die Schweiz ist über die bilateralen Verträge zwar verpflichtet, ausländische Diplome auf Gleichwertigkeit zu prüfen, doch das BAG hebelt dies mit restriktiven Anerkennungsrichtlinien für Bildungsstätten aus. Das Argument, ausländische Kurse könnten die «Bauphysik» nicht vermitteln, ist fachlich unhaltbar: Die physikalischen Gesetzmässigkeiten von Radon und Thermik gelten überall gleich. Unterschiedlich sind nur die baurechtlichen Normen und administrativen Abläufe – etwa SIA-Normen gegenüber DIN-Normen, die sich zudem zunehmend annähern. Grundausbildung und Fortbildung sind zudem verschiedene Dinge. Eine veränderte Perspektive und bautechnische Ansätze, die hierzulande noch nicht angekommen sind, bereichern mehr als die wiederholte nationale Sichtweise. Das IBH betrachtet den grenzüberschreitenden Austausch, gerade in einem so wissenschafts- und evidenzbasierten Bereich wie dem Strahlenschutz, als Mehrwert für die Baupraxis auf beiden Seiten der Grenze. Wir leben dann auch weniger in einer Blase. Es empfiehlt Schweizer Radonfachpersonen deshalb den Besuch dieses Radon-Forums, besonders am 2. Tag, im grenznahen Ausland.

Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): Radon-Forum Baden-Württemberg, Ankündigung 6. Fachtagung