Anerkannte Radonmessstelle

Radoncheck nach der Strahlschutzverordnung

Die zum Institut für Bauhygiene gehörende IBH Fachstelle NIS + IS (nichionisierende + ionisierende Strahlung) gilt bis zum 31.12.2017 als eine nach der Strahlenschutzverordnung (StSV) autorisierte Radonmessstelle. Mit dem Inkrafttreten der neuen StSV wird für alle Radonmesstellen die bisherige Anerkennung hinfällig, die neuen Anerkennungen werden am 1. März vom Bundesamt für Gesundheit bekannt gegeben. Die IBH Fachstelle NIS + IS hat die Anerkennung für den 3. Kopetenzbereich (berufbedingte Radonexposition), der auch den Kompetenzbereich 1 (Wohnräume) und 2 (Schul- und Arbeitsräume) beinhaltet, beantragt.

Messungen von Radonmessstellen nach der BAG-Methode gelten als anerkannter Nachweis der Radonbelastung, respektive Nachweis über die Einhaltung von Grenz- Referenz- und Zielwerten, gegenüber:

  • den Behörden
  • Zertifizierungsstellen, wie Minergie Eco, LEEDS, SNBS, SGNI/DGNB usw.
  • der Bauherrschaft (Einhaltung der Baunorm SIA 180), dem Käufer einer Immobilie
  • Mietern und Arbeitnehmern
  • der Aufnahme in die Radondatenbank des BAG

Je länger die Radonkonzentration an einem definierten Ort gemässen wird, um so aussagekräftiger ist der so ermittelte Mittelwert. Für anerkannte Radonmessungen wird die Radonexposition des Dosimeters oder Messgerätes mindestens über 90 Tage gemittelt. Die Messungen sind am besten während der Heizperiode durchzuführen, weil der Heizbetrieb tendenziell zu höheren Werten führt.

Anerkannte Radonmessungen müssen von einer unabhängigen Messstelle durchgeführt werden - Eine an einer Radonsanierung beteiligte Person darf seinen Sanierungserfolg nicht selber überprüfen (sich auch nicht für die Probenahme verantwortlich zeigen), sondern muss eine unabhängige Messstelle damit beauftragen.

Alle vor 2018 anerkannten Radonmessteleln verlieren mit dem Inkrafttreten der StSV 2018 ihre Anerkennung, die erneute Anerkennung von Radonmesstellen erfolgt durch das BAG erst im Februar 2018. Neu werden folgende Messkompetenzen unterschieden (eine höhere Messkompetenz schliesst die tieferen mit ein):

  1. Wohnräume
  2. Schulen / Kindergärten und Arbeitsplätze
  3. Radonexponierte Arbeitsplätze

Messung der Radonbleastung mit Kernspurdosimeter

Die lange Messdauer für eine anerkannte Radonmessung mit teuren Messgeräten, sind oft zu kostspielig. Eine kostengünstigere Alternative bietet die Messmethode nach der Norm ISO 11665-4 "Messung der Radioaktivität in der Umwelt - Luft: Radon-222 - Teil 4: Integrierendes Messverfahren zur Bestimmung des Durchschnittwertes der Aktivitätskonzentration mittels passiver Probenahme und zeitversetzter Auswertung".

Nach einer ausgiebigen Valierung von Kernspurdetektoren verschiedener Herstellern, haben wir uns für den Alpha Track Radon Detektor der Radonova Laboratories aus Schweden (ehem. Gammadata, Landauer Nordic) entschieden. Die Kernspurdetektoren (ein lichtempfindlicher Film) müssen nach der Messung im nach EN ISO 17025 akkreditierten Labor von Radonova Laboratories ausgewertet werden, was zur Folge hat, dass die Messwerte nicht unmittelbar nach der Beendigung der Probenahme verfügbar sind.

Kernspurdosimeter sind passive Messgeräte
Bild: Kernspurdosimeter zur zuverlässigen Bestimmung der mittleren Radonbelastung

Bei den Kernspurdosimetern beginnt die Probenahme (Messung), wenn sie aus dem Plastikbeutel entnommen werden und endet, wenn sie wieder luftdicht verpackt sind.

Messungen in Wohnhäuser

Für die anerkannte Radonmessung ist in der Regel eine Expositionszeit von 1 Jahr, mindestens aber von 90 Tagen während der Heizperiode (Oktober-März) vorgeschrieben (je länger, desto aus-sagekräftiger ist das Resultat, da man einen Jahresmittelwert berechnen muss). Die Anzahl aufeinan-derfolgender Tage, an denen der Messort nicht bewohnt wird, sollte 20% der gesamten Messdauer nicht übersteigen.

In Neubauten wird empfohlen, bereits bei einer ersten Prüfung 1 Jahr lang zu messen, damit der Bauherr keine weitere einjährige Bestätigungsmessung durchführen muss. Somit hat er die Möglichkeit, seine Rechte bei einer mangelhaften Ausführung des Baus (unzureichender Radonschutz gemäss SIA 180 und StSV) gegenüber dem Unternehmer innerhalb der im Obligationenrecht (OR) vorgesehenen Garantiefrist geltend zu machen.

Das IBH empfiehlt als Faustregel folgende Anzahl an Messpunkten pro Wohnhaus:

  • 2 Dosimeter für nicht unterkellerte Einfamilienhäuser
  • 3 - 4 Dosimeter für unterkellerte Einfamilienhäuser
  • min.4 Dosimeter für Mehrfamilienhäuser

Pro Wohneinheit sind min. Dosimeter in 2 unterschiedlichen Räumen zu platzieren, auf der untersten bewohnten Ebene sind allle Wohneinheiten zu prüfen.

Wichtig: Das Dosimeter muss über den gesamten Messzeitraum am selben Ort bleiben. Während der Messung sollten die Räume in gewohnter Weise genutzt werden.

Wenn keine strengere Vereinbarung getroffen wurde (z.B. durch Anforderungen einer Gebäudezertifizierung), gilt der Radonschutz oder das Sanierungsziel als erfüllt, wenn die durchschnittliche Radonkonzentration in den Wohnräumen 300 Bq/m3 nicht überschreitet.

Probenahme durch Dritte - Auch Laien können Radon selber messen

Kernspurdosimeter haben sich in der Praxis für Langzeitmessungen bewährt. Mit diesen können auch instruierte Laien anerkannte Messungen selber durchführen - Es stellt sich dabei zwar die Frage nach der Unabhängikeit der Probenehmer und somit der Messung, aber oft ist diese gar nicht erforderlich. Im Gegensatz zu anderen Anbietern besteht die IBH Radonmessstelle bei der Probenahme durch Laien auf eine telefonische Besprechung über die situative Platzierung der Dosimeter. Eine telefonische Beratung von max. 15 Minuten ist deshalb in unserem Leistungsangebote für die Radondosimetrie enthalten. Für eine optimale Beratung empfehlen wir, vorgängig Fotos und Skizzen/Grundrisse per Email an die IBH Radonmessstelle zu senden.

Für die Aufstellung des Dosimeters im Raum ist ein freier Platz zu wählen, der

  • fern von Türen und Fenstern und frei von Zugluft (diesbezüglich sind auch Zu- oder Abluft- Durchlässen von Lüftungsanlagen zu beachten) ist
  • nicht direkt an der Wand liegt (mindestens 10 cm Abstand)
  • in 1 bis 2 m Abstand zum Boden aufweisen
  • nicht stark erwärmt wird (zum Beispiel durch direkte Sonneneinstrahlung oder Heizung)
  • für Kinder und Haustiere unzugänglich ist
  • keine kondensierende Feuchtigkeit aufweist (deshalb eignen sich Waschküchen, Badezimmer und Küchen weniger).

Als Probenahme gilt die Zeit, in der das Kernspurdosimeter nicht luftdicht in einem Beutel verpackt ist. Der Beginn und das Ende der Probenahme, der Aufstellort, die Seriennummer des Dosimeter und weiter Angaben zum Objekt sind in das beigelegte Formular einzutragen, das zusammen mit den Dosimetern an uns zurückzusenden ist (Rücksendung zu Lasten des Versenders). Spätestens 2 Monaten nach dem Eingang der Dosimeter bei uns, senden wir Ihnen die Messergebnisse (über die Zeit der Probenahme gemittelte Radonbelastung) mit einer Bewertung und Empfehlung zu.

Bei der Probenahme durch Dritte kann die IBH Radonmessstelle keine Gewährleistung für eine korrekte Probenahme übernehmen! Das heisst, wenn ein unabhängiger Nachweis der Radonbelastung erforderlich ist, dann kommt man nicht um einen unabhängigen Probenehmer herum, der eine Manipulation der Messung verhindert, z.B. mit einem Siegel, das bei einer Manipulation zerstört wird. Erfolgt die Probenahme durch einen Experten IBH, übernimmt die IBH Radonmessstelle die Gewähr für eine korrekte Probenahme. Der Experte IBH sichert das Dosimeter mit einem Siegel vor Manipulation der Messung durch Dritte.

Messungen in Schulhäusern und Kindergärten

Für die anerkannte Radonmessung in einer Schule oder eines Kindergartens ist eine Messdauer von 90 Tagen während der Heizperiode (Oktober-März) vorgeschrieben. Eine Radonfachperson der Messstelle platziert die Messmittel selber vor Ort. Zum Zeitpunkt der Platzierung, sollten sich keine Kinder im selben Raum aufhalten. Es wird mit einem Siegel sichergestellt, dass die Dosimeter während der Messung nicht verschoben werden. Die beteiligten Mitarbeiter der Schule / Kindergarten (z.B. Hauswart, Lehrperson) werden über den Ablauf der Messung informiert.

Wenn möglich sind alle Aufenthalts- bzw. Schulräume im UG und EG, die regelmässig mehrere Stunden pro Tag benutzt werden (Nutzräume), zu messen. Zusätzlich sollten weitere Messungen in Räumen mit hohem Radonpotential (z.B. Keller mit Naturboden, Leitungshauseinführungen) durchgeführt werden. Für die Aufstellung der Messmittel im Raum ist ein freier Platz zu wählen, der

  • für Kinder nicht erreichbar oder nicht sichtbar ist
  • sich in etwas auf Atemlufthöhe befindet, nicht unter 1 m und nicht über 2 m ab Fussboden
  • 1 m Mindestabstand zu Fenstern und Türen aufweist
  • nicht stark erwärmt wird (zum Beispiel durch direkte Sonneneinstrahlung oder Heizung)
  • nicht starkem Luftzug oder grosser Feuchtigkeit ausgesetzt ist
  • keinen stark eingeschränkten Luftwechsel aufweist (nicht in oder hinter Möbeln, Bildern, Gardinen)

Wenn keine strengere Vereinbarung getroffen wurde, gilt der Radonschutz oder das Sanierungsziel als erfüllt, wenn die durchschnittliche Radonkonzentration in den Schul- und Aufenthalsräumen 300 Bq/m3 nicht überschreitet.

Messungen in Arbeitsräumen

Für die anerkannte Radonmessung an Arbeitsstätten, die jedoch nicht akls radonexponierte Arbeitsplätze gelten, ist eine Messdauer von 90 Tagen während der Heizperiode (Oktober-März) vorgeschrieben. Eine Radonfachperson der Messstelle platziert die Messmittel selber vor Ort. Es wird mit einem Siegel sichergestellt, dass die Dosimeter während der Messung nicht verschoben werden. Die Verantwortlichen des Betriebes (z.B. Geschäftsführer, Hauswart, Abteilungsleiter) werdenüber den Ablauf der Messung informiert.

Wenn möglich sind alle Arbeits- bzw. Aufenthaltsräume im UG und EG, in denen sich regelmässig Personen mehrere Stunden pro Tag aufhalten, zu messen. Zusätzlich sollten weitere Messungen in Räumen mit hohem Radonpotential (z.B. Keller mit Naturboden, Leitungshauseinführungen) durchgeführt werden. Für die Aufstellung der Messmittel im Raum ist ein freier Platz zu wählen, der

  • an dem das Messmittel möglichst diskret platziert werden kann
  • sich in etwas auf Atemlufthöhe befindet, nicht unter 1 m und nicht über 1.75 m ab Fussboden
  • 1 m Mindestabstand zu Fenstern und Türen aufweist
  • nicht stark erwärmt wird (zum Beispiel durch direkte Sonneneinstrahlung oder Heizung)
  • nicht starkem Luftzug oder grosser Feuchtigkeit ausgesetzt ist
  • keinen stark eingeschränkten Luftwechsel aufweist (nicht in oder hinter Möbeln, Bildern, Gardinen)

Wenn keine strengere Vereinbarung getroffen wurde, gilt der Radonschutz oder das Sanierungsziel als erfüllt, wenn die durchschnittliche Radonexposition in den Arbeits- bzw. Aufenthaltsräume 300 Bq/m3 nicht überschreitet.

Messung berufsbedinger Radonexposition

Als radonexponiert gelten Arbeitsplätze, an denen der Schwellenwert von 1000 Bq/m3 sicher oder vermutungsweise überschritten wird, z.B. Arbeitsplätze in unterirdischen Bauten, Bergwerken, Höhlen und Wasserversorgungsanlagen. Wenn der Schwellenwert überschritten wird, muss der Betrieb die jährlich durch Radon verursachte effektive Dosis der exponierten Personen nach Anhang 12 der Dosimetrieverordnung ermitteln. Liegt die effektive Dosis einer Person auch nach der Umsetzung von organisatorischen oder technischen Massnahmen über 10 mSv pro Jahr, so gilt diese Person als beruflich strahlenexponiert.

Für die anerkannte Radonmessung bezüglich dem Schwellenwert sit eine Messdauer von 30 Tagen während der Heizperiode (Oktober-März) und eine Messdauer von 30 Tagen ausserhalb der Heizperiode vorgeschrieben. Eine Radonfachperson der Messstelle platziert die Messmittel selber vor Ort. Es wird mit einem Siegel, bei einem elekronischen Messgerät mit einem Bewegungssensor sichergestellt, dass das Messmittel während der Messung nicht verschoben werden. Die beteiligten Mitarbeiter des Betriebes werde nüber den Ablauf der Messung informiert.