Die Bauhygiene prägt unser Leben



Institut für Bauhygiene
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Da der typische Mitteleuropäer sich heute mehr als 90% seiner Zeit in Innenräumen aufhält, können sich Umweltbedingungen in Gebäuden besonders gravierend auf die Gesundheit auswirken. Ob wir uns in einem Raum wohl fühlen, hängt wesentlich auch von dem dort herrschenden Raumklima der Raumluftqualität (IAQ - Indoor Air Quality) ab. Faktoren sind u.a. Gerüche, Schadstoffe, Allergene, Lärm, thermische Bedingungen, Licht, Farben und elektromagnetischen Felder (Elektrosmog). Die Emittenten, die für die Immissionen in Innräumen verantwortlich sind, sind im Raum selber und auch ausserhalb des Raumes oder gar Gebäudes zu finden.  Unser Institut beschäftigt sich wissenschaftlich und technisch mit diesen Faktoren.

RAUMKLIMAPLUS Luftqualität Thermische Behaglichkeit Mikrobiologische Hygiene Schall und Vibrationen Elektrosmog, Elektromagnetische Felder und Strahlung, NIS / Licht Radioaktivität und Radon Bausubstanz / Baustoffe Hygiene Raumlufttechnische Anlagen SWKI VA104-1 / VDI-6022 Mobiliar und Gerätschaften Nutzung
Graphik: Faktoren, die das Innenraumklima bestimmen - Klicken Sie für Hintergrundinfos auf die Links in der Graphik

Gute Luft und angenehmes Raumklima wirken sich auf jeden Fall positiv auf unser Wohlbefinden aus. Schlechte Umweltbedingungen reduziert unsere Leistungsfähigkeit, gefährdet im schlimmsten Fall gar unsere Gesundheit.

In den letzten Jahrzehnten werden immer mehr Bau-, Heimwerker- sowie Haushaltsprodukte wie Montageschäume, Holzschutzmittel oder Insektensprays in Schul-, Arbeits- Wohnräumen eingesetzt. Gleichzeitig wird aus Gründen der Energieeinsparung immer luftdichter gebaut und Altbauten abgedichtet. Ein spontaner Luftaustausch mit grossen Energieverlusten findet kaum mehr statt. Der Nachteil dieser Bauweise: durch mangelnde Lüftung können sich Schadstoffe nun in der Innenraumluft anreichern. Auch wird weniger Feuchtigkeit abgeführt, was das Schimmelpilzwachstum fördert und die Population von Haustaubmilben vermehren lässt. Schadstoffanreicherungen lassen sich zwar durch regelmässiges Lüften reduzieren, sind jedoch Quellen im Innenraum vorhanden, werden die Ursachen durch diese Massnahmen nicht beseitigt und oft reicht Lüften nicht, um die Belastung auf ein tollerierbares Mass zu senken.

Gesundheit

Gesundheitliche Gefährdungen können in Innenräumen von chemischen und biogenen Schadstoffen ausgehen, bei denen vor allem toxische Langzeiteffekte und allergisierende Wirkungen im Vordergrund stehen. Der Begriff Sick-Building-Syndrome (SBS) hat sich für die Kombination der am häufigsten genannten Beschwerden von Nutzern belasteter Gebäude eingebürgert. Hierzu gehören: Reizung von Augen, Nase oder Rachen, Hautreizungen, neurotoxische Symptome, unspezifische Überempfindlichkeit und Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen.

Auch Geruchsimmissionen können mitunter das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Neben Belästigungswirkungen treten auch körperlich und psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit, Appetitverlust, Konzentrationsschwäche und Benommenheit auf. Nach WHO-Definition ist jedoch auch bei einer Befindlichkeitsstörung durch Geruchsbelästigung von negativen Auswirkungen auf die Gesundheit auszugehen.

Die Gefahr von belasteter Luft besteht auch in Bauten mit kontrollierter Lüftung (z.Bsp. Komfortlüftungsanlagen, wie sie in MINERGIE- Bauten üblich sind). Wenn die Hygienerichtlinie für raumlufttecnische Anlagen (SWKI VA104-1, enspricht der VDI-6022 Blatt 1) nicht konsequent umgesetzt werden, werden Lüftungsanlagen zu hygienischen Zeitbomben.

Nicht nur chemische Verbindungen und Bioaerosole beeinflussen das Wohlbefinden und letztlich die Gesundheit. Vieles deutet darauf hin, dass auch elektrische und magnetische Kraftfelder, wie auch zur Informationsübertragung moduliert elektromagnetische Strahlung, zumindest die darauf sensibilisierten Menschen, belastet.

Die thermische Behaglichkeit ist nicht nur ein Komfort-Faktor. Vor allem ausgeprägte Wechsel, Verteilungsunterschiede und Asymmetrien von Temperatur belastet den menschlichen Organismus, was bei Menschen mit einer schlechten Konstitution zu Problemen führen kann. Auch stehen die Temperatur und Feuchtebedingunge in einem direkten Zusammenhang mit Schimmelpilzproblemen.

Arbeitgeber, Hauseigentümer und Mieter stehen in der Pflicht

Arbeitgeber / Arbeitnehmer

Gemäss Artikel 82 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung ist der Arbeitgeber verpflichtet, zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind.

Bauarbeitenverordnung

Art. 3 Planung von Bauarbeiten

Bauarbeiten müssen so geplant werden, dass das Risiko von Berufsunfällen, Berufskrankheiten oder Gesundheitsbeeinträchtigungen möglichst klein ist und die notwendigen Sicherheitsmassnahmen, namentlich bei der Verwendung von Arbeitsmitteln, eingehalten werden können.

Besteht der Verdacht, dass besonders gesundheitsgefährdende Stoffe wie Asbest oder polychlorierte Biphenyle (PCB) auftreten können, so muss der Arbeitgeber die Gefahren eingehend ermitteln und die damit verbundenen Risiken bewerten. Darauf abgestützt sind die erforderlichen Massnahmen zu planen. Wird ein besonders gesundheitsgefährdender Stoff im Verlauf der Bauarbeiten unerwartet vorgefunden, sind die betroffenen Arbeiten einzustellen und ist der Bauherr zu benachrichtigen.

Weitere rechtliche Grundlagen

Chemikaliengesetz (ChemG) 813.1

Chemikalienverordnung (ChemV) 813.11

Biozidprodukteverordnung (VBP) 813.12

Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) 814.81

Eigentümer / Mieter

Obligationenrecht

Art. 58
1 Der Eigentümer eines Gebäudes oder eines andern Werkes hat den Schaden zu ersetzen, den diese infolge von fehlerhafter Anlage oder Herstellung oder von mangelhafter Unterhaltung verursachen.
2 Vorbehalten bleibt ihm der Rückgriff auf andere, die ihm hierfür verantwortlich sind.

Art. 256
1 Der Vermieter ist verpflichtet, die Sache zum vereinbarten Zeitpunkt in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand zu übergeben und in demselben zu erhalten.

Auch Mieter haben Pflichen

Art. 257f
1 Der Mieter muss die Sache sorgfältig gebrauchen.

Art. 257g
1 Der Mieter muss Mängel, die er nicht selber zu beseitigen hat, dem Vermieter melden.
2 Unterlässt der Mieter die Meldung, so haftet er für den Schaden, der dem Vermieter daraus entsteht.